Weitere Fachkräfte hinzuziehen

Gefährdung
Werden einer Fachkraft der Kinder- und Jugendhilfe Anzeichen von Kindswohlgefährdung bekannt, so ist sie verpflichtet, mit mehreren Fachkräften die Gefährdung für dieses Kind einzuschätzen. Bestenfalls erfolgt die Einschätzung in einem Gespräch mit dem gesamten Team und unter Einbeziehung der Einrichtungsleitung. Auf diese Weise können eigene Beobachtungen und Erkenntnisse sowie die anderer Kollegen zusammengetragen werden.

Gefährdungseinschätzung
Das Vorliegen einer Kindeswohlgefährdung ist nicht an einzelnen Anzeichen festzumachen. Im Rahmen der Gefährdungseinschätzung sind demnach alle gesammelten Erkenntnisse sowie die gesamten Lebenssituationen des Kindes zu berücksichtigen. Erst anhand dieser umfassenden Auswertung können Fachkräfte abwägen, ob im konkreten Verdachtsfall eine Kindeswohlgefährdung besteht oder ob es sich vielmehr um problematische Erziehungs- und Lebenssituationen handelt, die unter der Schwelle einer Kindeswohlgefährdung liegen und somit lediglich Hilfen zur Erziehung gemäß § 27 SGB VIII erfordern.

In den wenigsten Fällen ist der Verdacht auf Kindeswohlgefährdung eindeutig, weshalb der Interpretationsspielraum meist groß ist. Des Weiteren ist die Einschätzung der Gefährdung des Kindes immer auch eine subjektive Einschätzung, die von eigenen Vorstellungen beeinflusst wird. Aufgrund dessen ist es besonders bedeutsam, die Gefährdungseinschätzung an beobachtbaren Sachverhalten zu orientieren, die konkret benannt und fachlich begründet werden können (z. B. Dokumentation von wiederholt auftretenden Anzeichen).

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