Verletzungen beim Kind

Einleitung
Nicht plausibel erklärbare Verletzungen beim Kind sowie Verletzungen an untypischen Körperstellen, können auf körperliche Misshandlung hinweisen. In diesem Exkurs können Sie sich über Hämatome, als häufigste Verletzungsart im Zusammenhang mit körperlicher Misshandlung, informieren.

Bewertung
Hämatome, umgangssprachlich auch Blutergüsse genannt, sind Hauteinblutungen oder -unterblutungen, die erste sichtbare Hinweise auf körperliche Misshandlung geben können. Für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe ist es wichtig, Hämatome als mögliche Anzeichen körperlicher Misshandlung wahrzunehmen. Die definitive Bewertung von Hämatomen, und somit die Zuordnung zu sturzbedingten oder misshandlungsverdächtigen Hämatomen, kann jedoch ausschließlich von einem Mediziner, bestenfalls von einem Facharzt für Rechtsmedizin vorgenommen werden. Dabei sind folgende Kriterien von Bedeutung:

  • Lokalisation
  • Formung
  • Mehrzeitigkeit

Hämatome an mehreren oder ungewöhnlichen Lokalisationen, mit einer bestimmten Formung und mit unterschiedlichem Alter, können demnach Hinweise auf körperliche Misshandlung geben.

Lokalisation sturzbedingterHämatome
Hämatome die durch Stürze oder Unfälle bedingt sind, finden sich meist an hervorstehenden, knöchernen Körperstellen, wie z. B. Stirn, Nase, Kinn, Hinterkopf, Ellenbogen, Knöchel, Handballen, Knie, Schienbeine.

Die folgende 3D-Animation zeigt typische Lokalisationen sturzbedingter Hämatome.

Hinweis
Klicken Sie zum Start der Animation auf das Bild oder auf die erste Funktionstaste auf der Bedienleiste. Mit einem weiteren Klick auf diese Funktionstaste können Sie die Animation stoppen. Die letzte Funktionstaste ermöglicht Ihnen, die Animation im Vollbildmodus anzusehen. Der Ladevorgang kann einen Moment dauern. Bitte haben Sie ein wenig Geduld.


Lokalisation misshandlungs-verdächtigerHämatome
Hämatome die auf körperliche Misshandlung hinweisen können, sind eher an untypischen Körperstellen zu finden, wie z. B. Oberkopf, Augen, Ohren (häufiger links), Mund, Oberarminnenseiten, Unterarmaußenseiten, Handrücken, Rücken, Gesäß, Oberschenkelinnenseiten, Genitalbereich.

Anhand der folgenden 3D-Animation werden Lokalisationen von Hämatomen dargestellt, die auf misshandlungsverdächtige Ursachen hinweisen können, eine körperliche Misshandlung aber keinesfalls beweisen.

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Formung
Geformte Hämatome oder Hämatommuster können Hinweise auf körperliche Misshandlung geben. So können Schläge mit Gegenständen eindeutige Abdrücke hinterlassen. Handabdrücke finden sich häufig im Gesicht, in Folge einer Ohrfeige, oder als Griffspuren an den Oberarmen. Schläge mit stockähnlichen Gegenständen oder Gürteln können ein typisches Doppelstriemen- oder bandförmiges Muster hinterlassen. Auch Bissverletzungen können Hinweise auf körperliche Misshandlung geben. Bissspuren mit einem Durchmesser von mehr als 3 cm weisen in der Regel auf ein Erwachsenengebiss hin, während Bissmarken mit einem Durchmesser von weniger als 3 cm an Bisse durch ein Kind denken lassen. Bei Bissverletzungen ist, wenn auch mit größter Vorsicht, an eine sexuelle Motivation zu denken.

Mehrzeitigkeit
Den Entstehungszeitpunkt und somit die Mehrzeitigkeit von Hämatomen anhand deren Farbe zu bestimmen ist nur sehr eingeschränkt möglich, da der Farbverlauf von Hämatomen von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst wird. Hämatome mit unterschiedlichen Färbungen können somit durchaus gleichzeitig entstanden sein. Insbesondere die Einschätzung dieses Kriteriums bedarf zwingend der Kompetenz und Erfahrung eines Mediziners.

Hutkrempenregel
Im Bereich des Kopfes ist auf die Hutkrempenregel hinzuweisen. Diese Regel besagt, dass Verletzungen unterhalb der sogenannten Hutkrempenlinie eher auf Stürze hinweisen, während Verletzungen oberhalb eher durch Schläge verursacht werden.

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