Anzeichen erkennen

Forderung
Der Gesetzgeber fordert von Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe, dass sie Anzeichen von Kindeswohlgefährdung wahrnehmen können und im Verdachtsfall entsprechend handeln. Dieser Forderung zu entsprechen setzt voraus, dass sie verschiedene Anzeichen von Kindeswohlgefährdung kennen, um diese als solche erkennen zu können.

Ruhe bewahren
Entsteht bei einer Fachkraft der Kinder- und Jugendhilfe der Verdacht auf Kindeswohlgefährdung, so lautet die erste Regel: Ruhe bewahren! In den meisten Fällen von Kindeswohlgefährdung ist ein sofortiger und unmittelbarer Eingriff nicht erforderlich. Überstürzte Handlungen, welche unter Umständen zu massiven Interventionen, wie z. B. zur Herausnahme des Kindes aus der Familie führen können, verursachen oftmals viel größere Probleme, als die bereits bestehenden Schwierigkeiten. Beobachtungen und vor allem auch Äußerungen von Kindern müssen selbstverständlich ernst genommen werden, dürfen aber keinesfalls dramatisiert werden oder zu blindem Aktionismus führen.

Dokumentation
Werden einer Fachkraft der Kinder- und Jugendhilfe erste Anzeichen von Kindeswohlgefährdung bekannt, so ist planvolles und überlegtes Handeln erforderlich. Es gilt, Beobachtungen und andere Informationen ausführlich zu dokumentieren. Die Dokumentation der Erkenntnisse erfolgt am besten schriftlich und über einen für die Informationsgewinnung ausreichenden Zeitraum.

Zu konkreten Anforderung an eine verwertbare Dokumentation erhalten Sie im Interview mit Frau Sabine Happ-Göhring, Familienrichterin am Oberlandesgericht Hamburg, ausführliche Informationen.

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§ 8a SGB VIII